care | Skincare Lesson (6): das kleine 1×1 der Hautreinigung 

[WERBUNG | Markennennung] Seren, Booster, Moisturizer und wie sie alle heißen, sind für eine wirksame Hautpflege nicht wegzudenken. Doch die die Rechnung könnte ein Nullsummenspiel sein, wenn man den ersten Schritt einer jeden Hautpflegeroutine vernachlässigt: die Reinigung. Wer aus seiner Hautpflege das Beste rausholen will, setzt mit einer milden und gleichzeitig gründlichen Reinigung die ideale Basis. Dabei gilt für die Reinigung: so wenig wie möglich und so viel wie nötig. Im heutigen Post gibt es einen Einblick in die Grundlagen der Hautreinigung: was ist zu beachten, was soll ein Reinigungsprodukt leisten und wie finde ich ein Produkt, das zu mir passt? 

<Der folgende Post ist in Zusammenarbeit mit Douglas entstanden> 

Darum eignet sich Seife nicht zur Hautreinigung 

Seife ist eines der ältesten Reinigungsmittel der Welt. Bereits die Ägypter haben Seife hergestellt und verwendet. Zwar sind die einzelnen Bestandteile der Seife durchaus natürlichen Ursprungs, Seife ist dennoch kein reines Naturprodukt. Die Herstellung einer Seife erfolgt halbsynthetisch durch das Aufkochen pflanzlicher oder tierischer Fette mit einer Lauge unter Zugabe von Wasser und Alkohol. Bei diesem Prozess entsteht schließlich die eigentliche „Seife“, die nichts anderes ist als die Salze der jeweiligen Fettsäuren, welche letztlich eine gute Reinigungsleistung aufweisen. 

Nach heutigem dermatologischen Wissen ist Seife zur Hautreinigung nicht geeignet. Wird Seife mit Wasser aufgeschäumt, so entsteht eine alkalische Seifenlösung (pH-Wert 8–12). Dies lässt die Haut stark aufquellen, zerstört den Hydrolipidfilm und Säureschutzmantel unserer Haut. Vielleicht kennst Du das Gefühl, wie sich die Haut nach der Verwendung einer Seife anfühlt?! Spannt, ist sehr glatt und trocken. Der Grund für diese Empfindung ist unter anderem, dass sich der sonst eher saure pH-Wert der Haut durch die Reinigung mit Seife leicht ins Alkalische verschiebt (pH 7–8). Je nach Hauttyp benötigt die Haut etwa 0,5–3 Stunden, um den physiologischen pH-Wert von 4,5–6 wieder zu erreichen. Nur wenn der pH-Wert hautneutral bleibt, überleben die Bakterien unseres natürlichen Säureschutzmantels. Wird der pH gestört, begünstigt das z.B. auch das Wachstum von Bakterien, die überhaupt nicht zum Säureschutzmantel gehören. So wachsen in alkalischem Milieu beispielsweise Aknebakterien sehr viel lieber, als im natürlich sauren Umfeld des intakten Säureschutzmantels.  

Ist der natürliche pH-Wert der Haut gestört, ist sie nicht nur anfälliger für Bakterien, auch können potenziell reizende Stoffe die Hautbarriere sehr viel leichter überwinden. Das kann zu Entzündungen, Reizungen und Infektionen führen. Selbst der Zusatz rückfettender Inhaltsstoffe und Pflanzenextrakte kann diese Effekte kaum ausgleichen. Weiteres Problem: die freien Fettsäuren in der Seife stehen unter dem Verdacht komedogen zu wirken (Mitesser auslösend). Weiterer Nachteil vor allem in Gegenden bei hartem Leitungswasser: es bilden sich schwerlösliche Kalkseifen, die ihre Reinigungskraft verlieren und zudem die Haut zusätzlich aufrauen können, wodurch sie sich trocken und stumpf anfühlt. In der Folge benötigt man für den gleichen Reinigungseffekt nun umso mehr Seife. Diese landet letztlich im Abwasser und belastet die Umwelt zusätzlich.  

Natürlich wird all das nicht sofort passieren, nur weil man mal eine Seife verwendet. Probleme entstehen vor allem dann, wenn die Haut dauerhaft in dieser Art und Weise gereinigt wird. Deshalb raten Dermatologen heutzutage übereinstimmend von einer Verwendung von Seifen zur Hautreinigung ab. Vor allem auch weil es Alternativen gibt, die eine hautfreundliche und reizarme Reinigung ermöglichen. 

Hautreinigung: der erste Schritt zu schöner Haut  

Zunächst einmal ist Wasser ist das einfachste Reinigungsmittel – es löst Salze, Schweiß und Staub von der Haut, also alles, das wasserlöslich ist. Wasserunlöslichen Stoffen hingegen sollte man mit Waschsubstanzen, Tensiden oder Ölen zu Leibe rücken. Da wir über den Tag hinweg sowohl wasser- als auch fettlöslichen Schmutz auf der Haut sammeln, benötigen wir demnach eine Reinigung, die beide Punkte adressiert. Wasser und Seife wirken hier zwar recht effektiv, jedoch ist das – wie oben erläutert – für unsere Haut nicht unbedingt das Mittel der Wahl. Denn sowohl Wasser als auch Seife stören den physiologischen pH-Wert unserer Haut.  

Moderne Reinigungsmethoden sollten die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Haut respektieren, um unsere Hautbarriere und den Säureschutzmantel zu schonen. Dennoch lässt sich festhalten: Reinigung kann noch so mild sein, sie wird immer in der ein oder anderen Art und Weise unsere Hautbarriere stören. Es geht also darum, einen guten Mittelweg aus gründlich und schonend zu finden. Folgende Aspekte können dazu beitragen: 

  • Nicht zu viele Reinigungsschritte, auch wenn der Double Cleanse in aller Munde ist. Trägst Du kein übermäßig starkes Makeup oder sehr schwer löslichen Sonnenschutz, tust Du Deiner Haut nicht unbedingt einen Gefallen, wenn Du mehrere Waschschritte durchführst. 
  • Nach Möglichkeit keine Gesichtsbürsten, mechanische Peelings und dergleichen verwenden. Selbst wenn solche Produkte mit „schonend“, „sanft“ und „mild“ beworben werden. Fakt ist, mechanische Waschmethoden schädigen die Struktur der Haut.   
  • Um das Gleichgewicht der Haut so wenig wie möglich zu stören, Produkte mit harschen Tensiden (z.B. Sodium Lauryl Sulfate oder Sodium Laureth Sulfate) meiden und Produkte ohne Alkohol wählen. Stattdessen zu pH-hautneutralen Produkten greifen. 
  • Stick to the Basics: Reinigungsprodukte zeichnen sich im Gegensatz zu den meisten Pflegeprodukten nicht dadurch aus, was alles enthalten ist, sondern vielmehr dadurch, was nicht enthalten ist. Mal abgesehen von einem milden Reinigungsstoff/Tensid/Öl benötigen Reinigungsprodukte weder fancy Inhaltsstoffe, Parfüm, ätherische Öle, Pflanzenextrakte oder sonst etwas. Denn das alles hat keinerlei Reinigungsleistung und sind wir mal ehrlich, es landet im Zweifelsfall ohnehin im Waschbecken – vor allem wenn man den nächsten Punkt berücksichtigt: 
  • Reinigungsprodukte nicht auf der Haut belassen. Es reicht nicht, mit einem Wattepad und einer Reinigungsmilch oder Mizellenwasser über die Haut zu fahren. Zum einen lässt hierbei die Reinigungsleistung sehr zu wünschen übrig, zum anderen verbleibt das Produkt auf der Haut. Das bedeutet, dass auch die schmutz- und fettlösenden Komponenten des Reinigers auf der Haut verbleiben, wo eben nicht nur unerwünschte Stoffe entfernt werden, sondern auch die Fette aus der Haut, die man eigentlich behalten möchte (Stichwort hauteigene Lipide: Cholesterin, Phospholipide, Ceramide, Fettsäuren etc.). Daher die Produkte nach Möglichkeit mit Wasser abspülen. Das sollte im Idealfall weder zu heiß noch zu kalt sein, denn – Ihr ahnt es schon – auch das kann die Hautbarriere stören. 
  • Spannt die Haut nach der Reinigung, ist das ein Zeichen dafür, dass es zu viel des Guten war. Auch wenn viele dieses Gefühl mit einer gründlichen Reinigung assoziieren, in Wahrheit bedeutet es nichts anderes, als dass das Gleichgewicht der Haut ordentlich gestört wurde: physiologischer pH-Wert gone, wichtige hauteigene Lipide/Fette bye bye, eventuell Proteine geschädigt (denaturiert) und Hautbarriere durchlässig(er). 
  • Im Anschluss an die Reinigung eine geeignete Pflege verwenden. Denn nun ist die Haut optimal vorbereitet, die enthaltenen Pflegestoffe auch sinnvoll zu verwerten.  

Das richtige Reinigungsprodukt finden 

Nun wissen wir im Idealfall recht gut, was bei der Reinigung zu beachten ist, doch wie findet man nun ein passendes Produkt? Allein wenn man bei Douglas in den Onlineshop schaut, findet man auf insgesamt 23 Seiten mehr als 1000 Produkte. Wie kann man da durchsteigen? 

Eine Möglichkeit läuft etwa über die grundsätzliche Anforderung an die Reinigung. Trägst Du Makeup und/oder Sonnenschutz, sollte die Reinigung sehr gründlich sein. In solchen Fällen eignen sich ölbasierte Reiniger wie etwa der Take the Day Off Cleansing Balm von Clinique. Dieser Reiniger eignet sich übrigens auch hervorragend bei trockener und sensibler Haut. Ähnlich verhält es sich mit dem Watery Cleansing Oil von Missha, das gründlich reinigt und die Haut dennoch hydriert.

Bei trockener Haut eignen sich neben den beiden erwähnten und sehr gründlichen Produkten, grundsätzlich Öle, Emulsionen und Balsamprodukte sehr gut. Gut gefällt mir beispielsweise in diesem Fall auch die Milk Proteins 3in1 Reinigungsemulsion von Korres: hier wird auf Basis einer Wasser-Öl-Emulsion gearbeitet, die zudem das hauteigene Fett Squalane enthält und somit eine Reinigung unter bestmöglicher Schonung der Hautbarriere ermöglicht. 

Produkte auf Schaumbasis eigen sich vor allem für all diejenigen, die gerne mit Wasser reinigen und bei Reinigungsprodukten den klassischen “aufschäumenden” Charakter suchen – auch wenn an dieser Stelle zu betonen ist, dass das Ausmaß der Schaumbildung nicht im Zusammenhang mit der Reinigungsleistung steht. Interessant für trockene und empfindliche Haut ist der Sensitiv Reinigungsschaum von Heliotrop. Hier gefällt mir vor allem die Basis feuchtigkeitsspendender Inhaltsstoffe wie Glycerin, Aloe Barbadensis Leaf Juice und dem Zuckeralkohol Sorbitol. Bei normaler und leicht fettiger Haut eignet sich der mattierende Reinigungsschaum von Avène, ein Produkt mit sehr minimalistischer Inhaltsstoffliste, was bei Reinigungsprodukten ja durchaus gewünscht, jedoch gar nicht mal so häufig zu finden ist. Hier liegt der Fokus voll und ganz auf der Funktion, so wie man es von einem soliden Reinigungsprodukt erwarten würde. Neu im Douglas-Sortiment und meiner Meinung nach nicht ganz uninteressant ist der Blueberry Bounce Gentle Cleanser von Glow Recipe. Zwar hat das Produkt eine sicher nicht ganz unauffällige Beduftung und wartet mit dem ein oder anderen Pflanzenextrakt auf, dennoch werden all diejenigen mit unkomplizierter Haut hier ein Reinigungsprodukt mit mildem Tensid bekommen, das gleichzeitig auch Beta-Glucan (feuchtigkeitsspendend) und Glycolsäure enthält. Letztere wird in der enthaltenen Konzentration zwar keine bahnbrechenden Erfolge verzeichnen, dennoch ist der Einsatz für ein Produkt im Massenmarkt doch eher eine Seltenheit.

Fazit 

Der Reinigungsschritt hat innerhalb der Pflegeroutine vor allem eine Aufgabe – so simpel und banal es klingen mag: reinigen. Doch auch hier gibt es einige Aspekte zu betrachten, um die Haut zu schonen und so die Basis für eine optimale Hautpflege zu setzen. Bei der Auswahl eines geeigneten Produktes sollte der Fokus auf einer milden und gleichzeitig gründlichen Reinigung liegen. Hat man einen passenden Cleanser gefunden, der diesen Anforderungen gerecht wird, ist man einer gepflegten Haut schon mal einen Schritt näher.

Hast Du sonst noch Fragen rund um das Thema Hautreinigung hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Das liefert auch stets Input für weitere Postings, in denen ich dann gerne ausführlich auf diese Fragen eingehe.

care | understanding skincare 

3 thoughts on “care | Skincare Lesson (6): das kleine 1×1 der Hautreinigung 

  • Schöner Artikel, das einzige was mir noch fehlt ist die Länge. Vor kurzem ging ein Tweet in den USA viral, der dann von vielen Medien aufgenommen wurde, bei der es darum ging, das Gesicht 60 Sekunden zu waschen, denn in der Regel waschen sich die Menschen ihre Gesicht eher so 10 Sekunden und das ist zu kurz um das ganze Gesicht zu reinigen. Wichtig war dabei aber auch, das man wie oben erwähnt sollten es schonende Produkte sein.

    Persönlich benutze ich das Freistil Sensitiv Reinigungsmilch. Ist für meine empfindliche Haut super.

    Schön wäre es, wenn du auch mal den restlichen Körper „beackern“ könntest wie z.b. welches Duschgel, Haarshampoo, Handcreme etc.

    Letztens war ich mal verwirrt. Ökotest gab ein Produkt ein Sehr gut und Stiftung Warentest gab dem gleichem Produkt nur ein befriedigend. Da ist man als Kunde danach verwirrter als vorher ob ein Produkt jetzt nun gut oder eher so lala ist.

    Sonnige Grüße von der Ostsee

    Sebastian

    • Hallo Sebastian,

      vielen Dank für Dein Feedback zum Artikel und Deinen Input.
      Stimme Dir zu, vermutlich sind 10s deutlich zu kurz, aber 60s erscheinen mir dann auch wieder das andere Extrem zu sein. Betrifft das das reine Einmassieren/Aufemulgieren oder ist da der Schritt des Abspülens auch schon mitgerechnet? Kannst Du da etwas dazu sagen?

      Hmm was das Thema Körper angeht, bin ich einfach nicht so firm, als dass ich mich da auch noch einreihen möchte.. also zumindest was Shampoo und Duschgel angeht. Daher überlasse ich das anderen – zumindest so lange bis ich hier halbweg sicher bin, keinen Quatsch zu erzählen 😉

      Viele Grüße,
      Sarah

      • Hallo Sarah,

        ich hatte mir dazu mal verschiedene Quellen angeschaut und die 60 Sekunden bezogen sich auf das reine Einmassieren in die Haut, wobei da auch der Hals inkludiert war. Im Originaltweet wurde erwähnt, das bei den 60 Sekunden die Inhaltsstoffe des Reinigers erst so richtig wirken in der Haut, plus die Haut wird weicher und Talgblockaden werden gelöst. Dazu wurde dann noch eine Dermatologin gefragt, die ihren Abschluss an der Yale School of Medicine gemacht hatte und sie meinte dazu das es die Haut wirklich weicher machen kann, plus die Haut kann mehr Glanz bekommen, da durch das lange Einmassieren die Durchblutung gefördert wird. Wunder darf man jetzt nun keine erwarten, aber gerade bei Frauen die etwas mehr Make Up tragen und sich nur 10-20 Sekunden das Gesicht reinigen, kann es vorkommen, das man z.b. mit Mascara Rückständen aufwacht, Das Restmake-up kann zu Trockenheit, Irritationen und sogar zu Ausbrüchen führen, da es im Laufe der Zeit die Hautbarriere stören kann und durch das längere Einmassieren mit einem sanften Cleanser worauf mehrmals hingewiesen wird kann man diese Probleme vermeiden.

        LG Sebastian

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