Ist Bleaching schädlich für die Zähne?

Zähne sind ein wichtiges Thema: Für die Gesundheit, das Wohlbefinden und nicht zuletzt für ein schönes Lächeln. Meist nehmen wir das als gegeben hin. Doch spätestens, wenn etwas mit den Zähnen nicht stimmt, wird jede*r bestätigen können, wie unangenehm das werden kann.

Zum Zahnarzt zu gehen gehört für mich daher 2x im Jahr zum Pflichtprogramm, auch wenn ich mir durchaus schönere Termine vorstellen kann und sogar eher Angst vor dem Zahnarztbesuch habe. Was mir aber hilft: Das Wissen, mich bei meiner Zahnärztin und ihrem Team gut aufgehoben zu fühlen. Hier in München gehe ich zu Daniela Winkels (A4 Zahnarztpraxis). Tatsächlich lege ich mich hier sogar recht gern auf den Stuhl, denn Dani und das Team verstehen es, einem die Angst zu nehmen. Falls Ihr eine sympathische und empathische Zahnärztin in München sucht, seid Ihr hier richtig (btw: für die Zahnreinigung unbedingt nach Katha fragen!).

Letztens war ich wieder bei der Vorsorge und gemeinsam mit Dani kamen wir auf das Thema Bleaching zu sprechen. Obwohl ich von Natur aus eher helle Zähne habe, hatte ich schon länger darüber nachgedacht, es aber immer wieder verworfen. Aus Bedenken ich könnte damit meine Zähne schädigen. Spoiler vorweg: Ich habe es trotzdem machen lassen, davor jedoch intensiv mit Dani darüber gesprochen. Was ich dabei rund um Zahngesundheit und das Bleachen erfahren habe, lest Ihr im folgenden Beitrag.

Zähne und Mundhöhle: Ein Sitz unserer Gesundheit

Auf unsere Zähne sollten wir gut aufpassen, denn im Idealfall haben wir sie ein Leben lang. Die richtige Zahnpflege sorgt nicht nur dafür, dass unsere Zähne und das Zahnfleisch gesund bleiben, auch die Gesundheit im Allgemeinen hängt mit drin. Denn wie gesund unsere Mundhöhle ist, entscheidet auch darüber, wie gesund im Allgemeinen wir sind. Es gibt zahlreiche Studien, die den Zusammenhang zwischen Mundflora, Immunsystem und bestimmten (entzündlichen) Erkrankungen belegen.

So steht beispielsweise die chronische Entzündung des Zahnbettes (Parodontose, medizinisch auch Parodontitis) im Zusammenhang mit Diabetes [1, 2] und rheumatoider Arthritis [3]. Auch finden im Kontext mit Parodontitis eine Vielzahl autoimmun-vermittelter Vorgänge statt, die Einfluss auf das Immunsystem haben [4, 5]. Aktuell laufen zudem viele Studien, die einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und kognitiven Einschränkungen, bis hin zu leichter Demenz untersuchen, denn auch hier deuten epidemiologische Studien auf einen Zusammenhang hin [6].

Zahnpflege Zahngesundheit Zahnbürsten

Das 1×1 der Zahnpflege

Zähneputzen

Sehr naheliegend, I know. Aber auch hier gibt es ein bisschen was zu beachten. 2x täglich sollte die Zahnbürste geschwungen werden, aber am besten nicht direkt nach dem Essen. Denn Säuren, die bei der Spaltung von Nährstoffen entstehen oder auch direkt aus dem Essen stammen, können unseren Zahnschmelz angreifen und weich machen. Geht man direkt mit der Zahnbürste drüber, so kann das den Zahnschmelz abtragen, unsere Zähne werden empfindlicher und Karies hat leichtes Spiel.

Sanfte Zahncreme

Erwachsene sollten Zahncremes mit Fluorid nutzen, 1450 ppm ist dabei der empfohlene Wert (steht idR auf der Rückseite der Tube). Ein weiterer Aspekt für die Wahl einer Zahncreme: Sie sollte nicht zu grobe Teilchen enthalten, denn diese tragen den Zahnschmelz ab. Vor allem „Whitening“ Zahncremes sind hier problematisch, weshalb man sie nicht dauerhaft nutzen sollte.

Zahnseide verwenden

Spätestens bei diesem Schritt hat man oftmals das Gefühl, dass die Zahnhygiene langsam zu einem full-time Job wird. Doch einmal täglich sollte zusätzlich Zahnseide genutzt werden. Auch ich habe das lange Zeit schleifen lassen, bis mir Katha bei der letzten Prophylaxe nochmal intensiv ins Gewissen geredet hat: Das Zahnfleisch darf bei der Anwendung von Zahnseide nicht bluten, es sollte rosig aussehen und nicht geschwollen sein.

Das war bei mir lange nicht der Fall. Als Katha meinte, dies lege sich nach spätestens 5-7 Tagen, wenn ich mit der Zahnseide am Ball bliebe, war mein Ehrgeiz geweckt. Und sie sollte Recht behalten! Nach 7 Tagen hatte ich nicht nur keinerlei Probleme mehr, auch war es inzwischen in (Zahn-)Fleisch und Blut übergegangen.

2x im Jahr zur Prophylaxe

Was man jeden Tag in Sachen Zahnhygiene im eigenen Badezimmer betreibt, setzt die Basis für gesunde Zähne. Zudem sollte man aber 2x im Jahr die Profis ranlassen. Hier wird bis in die letzte Ecke durchgeschrubbt und Zahnstein entfernt. Wer regelmäßig auf dem Zahnarzt-Stuhl sitzt, stellt außerdem sicher, dass Karies, Parodontose und dergleichen früh erkannt und nicht zum größeren Problem werden.

Ich bin selbst sehr empfindlich und habe vor jeder Prophylaxe immer etwas Bammel. Was mir hilft, trotzdem regelmäßig zu gehen ist das Vertrauen in meine Zahnhygienikerin Katha. Wenn man hier jemanden gefunden hat, der sein Handwerk beherrscht, gibt es auch keinen Grund zur Sorge. Daher frage ich inzwischen auch immer nach „meiner“ Zahnhygienikerin, so weiß ich, dass ich nichts zu befürchten habe und das macht es entspannter für beide Seiten 😉

7 Fragen zum Thema Zahn-Bleaching

Was Zahnhygiene angeht, bin ich also recht pedantisch und achte auf meine Zähne: Ultraschallzahnbürste, regelmäßig Zahnseide, keine Whitening-Zahncremes, fluoridhaltiges Mundwasser, 1x die Woche Elmex Gelee, 2x im Jahr Zahnreinigung und Durchsicht bei meiner Zahnärztin. Klar, dass ich auch niemals meine Zähne bleachen würde, denn das ist ja schädlich für die Zähne – dachte ich zumindest immer.

Als ich dann das letzte Mal im Behandlungsstuhl meiner Zahnärztin Daniela Winkels saß, die Zahnreinigung und Durchsicht hinter mich gebracht hatte, fragte sie mich: „Und Sarah, wie sieht es aus, sollen wir mal ein Bleaching machen?“. Ihr könnt Euch denken, dass ich so allerhand Fragen an Dani hatte.

Wie funktioniert ein Zahn-Bleaching?

Das Bleachen der Zähne in der Zahnarztpraxis nennt man In-Office Bleaching. Diese Methode ist im Vergleich zu den Tools für zu Hause effektiv und zahnschonend. Das Prinzip beruht auf der Verwendung von Wasserstoffperoxid, das durch UV-Strahlung aktiviert wird und Verfärbungen im Innern der Zähne löst.

Dani hat dazu sogar ein kurzes Video gemacht:

Wie läuft ein Zahn-Bleaching ab?

  • Zunächst sollten die Zähne sauber sein. Nur so ist gewährleistet, dass das Bleichmittel optimal wirken kann und das spätere Ergebnis gleichmäßig ist. Daher ist es sinnvoll, im Vorfeld eine professionelle Zahnreinigung durchzuführen (ca. 1-2 Wochen vorher).
  • Vor dem eigentlichen Bleaching kontrolliert die Zahnärztin/der Zahnarzt noch einmal genau, ob das Bleaching durchgeführt werden kann. Spricht nichts dagegen kann es los gehen.
  • Zunächst wird das Zahnfleisch mit einem speziellen Schutz-Gel abgedeckt, damit es nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
  • Anschließend wird Bleaching-Gel auf die Zähne aufgetragen – übrigens nur auf die Schneide- und Eckzähne, also die Zähne, die man beim Lächeln sieht.
  • Anschließend bekommt man eine UV-sichere Brille auf die Nase, denn im nächsten Schritt wird das Bleaching-Gel für 15 min mit einer UV-Lampe bestrahlt.
  • Dann wird das Bleaching-Gel entfernt, eine frische Schicht wird aufgetragen und die Zähne werden erneut bestrahlt.
  • Bei einem In-Office Bleaching werden in der Regel 3-4 Bleaching-Runden durchgeführt, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.

Ist bleachen ungesund für die Zähne?

Bleaching ist ungesund für die Zähne, das war für mich Fakt. Daher war ich natürlich mehr als gespannt, wie Dani mich hier vom Gegenteil überzeugen würde.

Wir betreiben hier viel Aufwand, um die Zähne unserer Patienten gesund zu halten. Wäre Bleachen langfristig schädlich für die Zähne, würde ich es nicht machen.

Daniela Winkels, Zähnärztin, A4 Zahnarztpraxis

Klar ist, dass die Zähne kurzfristig in Mitleidenschaft gezogen werden. Während des Bleaching-Prozesses wird dem Zahn Wasser entzogen, das ist unter anderem auch der Grund weshalb die Zähne empfindlich reagieren. Jedoch erholt sich der Zahn anschließend schnell wieder und das Wasser kehrt zurück. Langfristig ist das professionell durchgeführte In-Office Bleachen nicht schädlich für die Zähne. Was viel problematischer für die Zähne ist, sind etwa die dauerhafte Anwendung von Whitening-Zahncremes oder unsachgemäß durchgeführte Home-Bleachings. Daher lieber zum Profi!

Ist das Ergebnis eines Bleachings natürlich?

Hört man Zahn-Bleaching, hat man schnell die Assoziation des Hollywoodstars mit Zähnen so weiß wie die Alpina-Katze aus der Werbung. Grell und unnatürlich leuchtet es einem entgegen – man reiche mir eine Sonnenbrille bitte.

Die Realität ist zum Glück eine andere. Das Ergebnis ist natürlich, nur eben etwas heller: Wie auch davor sind die etwas dickeren Eckzähne weiterhin dunkler als die dünnen Schneidezähne.

Zahn-Bleaching vorher nachher
Zahn-Bleaching in München A4 Zahnarztpraxis

Tut es weh, die Zähne zu bleachen?

Eine Frage, die ich Dani natürlich als bekennender Zahnarzt-Angsthase stellen musste, ist die Frage nach den Schmerzen, die ein Bleaching verursachen könnte.

Naja, ich sage es mal so: Es ist keine klassische Wellness-Behandlung. Wobei es individuell unterschiedlich ausfällt. Manche spüren gar nichts, während andere schon ein deutliches Ziepen spüren. Daher machen wir das am besten am Nachmittag, damit Du anschließend direkt nach Hause und Dich ausruhen kannst.“, so Dani ganz direkt.

Daniela Winkels, Zähnärztin, A4 Zahnarztpraxis

Bei mir waren die ersten beiden Bleaching-Durchgänge so entspannt, dass ich mir dachte: easy, also doch ’ne Wellness-Behandlung. Zum Ende der dritten Runde habe ich dann aber zu spüren bekommen, was Dani mit dem Ziepen meinte. Durchaus noch aushaltbar, aber kurzfristig eher unangenehm. Insgesamt haben wir bei mir 4 Runden durchführt und zum Ende hin war ich dann froh, es überstanden zu haben.

Leg‘ Dich jetzt direkt aufs Sofa, rede nicht so viel, iss’ später ein wenig Kartoffelbrei und ruh‘ Dich aus! Du wirst heute sicher noch ab und zu an uns denken, aber ich verspreche Dir, morgen ist alles vorbei.

Daniela Winkels, Zähnärztin, A4 Zahnarztpraxis

Und Dani sollte Recht behalten. Abends hatte ich schon noch recht empfindliche Zähne, aber am nächsten Tag war alles schon wieder wie zuvor.

Was sollte man nach dem Zahn-Bleaching beachten?

Nach einem Bleaching gilt es 2 Tage lang eine „Weiße Diät“ halten: Also keine färbenden Lebensmittel oder Getränke wie Kaffee oder Tee konsumieren. Auch beim Rauchen und Säurehaltigem wie Obst, Softdrinks, Säfte oder Alkohol, ist erstmal eine Pause angesagt, damit das Ergebnis nicht beeinträchtigt wird.

Wie lange hält das Ergebnis eines Zahn-Bleachings?

Zähne verfärben sich individuell unterschiedlich schnell. Das hängt einerseits von der Veranlagung ab, andererseits davon, ob man etwa viel Kaffee trinkt oder raucht. Aber im Schnitt hält es 2-3 Jahre.  

Zahn-Bleaching vorher nachher
Zahn-Bleaching in München A4 Zahnarztpraxis

Habt Ihr weitere Fragen, dann hinterlasst einfach einen Kommentart. Auch wennn Ihr selbst schon mal ein Home oder In-Office Bleaching gemacht habt, würden mich Eure Erfahrungen damit interessieren!

[Transparenz: Werbung, da Zahnarzt-Praxis genannt. Der Beitrag beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und war nicht Bedingung für die Durchführung des Bleachings.]

Literaturangaben

[1] Gurav A and Jadhav V, Periodontitis and risk of diabetes mellitus. J Diabetes. 2011 Mar;3(1):21-8.

[2] Kumar M et al., Diabetes and gum disease: the diabolic duo. Diabetes Metab Syndr. Oct-Dec 2014;8(4):255-8.

[3] Scaf de Molon R et al., Linkage of Periodontitis and Rheumatoid Arthritis: Current Evidence and Potential Biological Interactions. Int J Mol Sci. 2019 Sept 13;20(18):4541.

[4] Kaur G et al., Autoimmunity-Basics and link with periodontal disease. Autoimmun Rev. 2017 Jan;16(1):64-71.

[5] Campbell L et al., T cells, teeth and tissue destruction – what do T cells do in periodontal disease? Mol Oral Microbiol. 2016 Dec;31(6):445-456.

[6] Cunha Nascimento P et al., Association Between Periodontitis and Cognitive Impairment in Adults: A Systematic Review. Front Neurol. 2019 Apr 24;10:323.

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